Stress lass nach – Gelassenheit im Familienalltag üben

„Maaaama, feeertiiig!“ tönt es von der Toilette. Im Hochstuhl wirft Nr. 2 gerade mit Spaghetti Napoli um sich und das Telefon klingelt… Ich nehme einen tiefen Atemzug, lass das Telefon, Telefon sein, Tomatensoße ebenfalls und gehe beschwingt Richtung Toilette… Soweit zur Theorie. Tatsächlich bin ich in dem Moment genervt („wer ruft denn um die Zeit an, essen doch alle zu Mittag!!“), frage mich zum hundertsten Mal, warum das große Geschäft denn immer dann sein muss, wenn wir mal in Ruhe am Tisch sitzen und setze mich dann doch etwas hektisch in Bewegung…

Gelassenheit auf der Matte ist (relativ) einfach, im Alltag und dann noch mit Familie – ein besonderes Thema. Einerseits habe ich manchmal das Gefühl, ich komme zu gar nichts und nicht weiter, andererseits spüre ich ganz deutlich, dass diese Zeit ganz besonders ist und ein ganz spezielles Lernfeld bietet. Kinder zeigen dir nämlich ganz deutlich, wann ihnen etwas nicht passt und sie machen dich auch (oft nicht ganz feinfühlige Art und Weise) aufmerksam auf Bereiche, in denen noch Arbeit auf dich wartet. Damit meine ich nicht das unaufgeräumte Kinderzimmer oder die verkleckerte Küche, sondern das was in deinem Innern passiert. Bleibe ich in der oben genannten Situation ruhig, halte inne oder rege ich mich auf? Und warum? Wie reagiere ich auf mein Kind, das mich jetzt gerade für etwas ganz Alltägliches braucht?

Für mich stecken zwischen Reaktion A (gelassen bleiben) und B (genervt sein) fünf – zehn besondere Minuten. Diese Zeit verbringe ich jeden Morgen auf meiner Matte in einem ruhigen Sitz mit geschlossenen Augen, in dem ich ganz für mich bin, meinen Atem beobachte und vielleicht ein Mantra wiederhole. Wenn ich mir die Zeit nehme, habe ich gute Chancen, einen wunderbaren Tag zu erleben. Es hört sich banal an, aber meine Erfahrungen haben mir gezeigt, dass die ersten Minuten des Tages besonders wertvoll sind und über die Qualität des Tages mitentscheiden. Natürlich gelingt es mir auch nicht immer, gelassen zu bleiben 🙂 Aber mit dieser Übung immer öfter.

„Wenn du es eilig hast, gehe langsam.“ (Sprichwort aus Japan) Das kommt mir immer wieder in den Sinn, wenn ich im Alltag hektisch und unruhig werde. Nimm dir doch für eine Woche mal die Zeit und spüre den Unterschied! Lass dein Smartphone nach dem Aufstehen einfach mal aus und genieße die ersten Minuten des Tages nur für dich (sofern Deine Kinder dich lassen). Wenn es morgens nicht klappt, dann vielleicht Abends vor dem Einschlafen.

Wenn du dann während des Tages in eine stressige Situation kommst, erinnerst du dich vielleicht daran, atmest tief ein und aus und reagierst ruhig und gelassen. Nicht nur Du, sondern auch Dein Umfeld, werden eine Veränderung bemerken.

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